Eine „überzogene Rhetorik“ hatte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht jüngst Union und SPD angesichts der massiven Warnungen vor einer AfD-Landesregierung vorgeworfen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a098ec0d61ccb85e64b2454/sahra-wagenknecht-staatsstreich-bei-afd-wahlsieg-damit-soll-nur-vom-eigenen-versagen-abgelenkt-werden.html) . Diese hatten mit Blick auf Sachsen-Anhalt (aktuell steht die AfD in Umfragen bei 41 Prozent) bereits vor einem „Staatsstreich“ gewarnt, nachdem die AfD die Neubesetzung von 200 Landesbeamten-Stellen angekündigt hatte. WELT berichtete (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a08ed09639442857fa219c0/wegen-afd-personalplaenen-thueringens-innenminister-warnt-vor-staatsstreich-in-sachsen-anhalt.html) . Nun meldet sich auch der BSW-Landesverband Sachsen-Anhalt zu Wort und schlägt in dieselbe Kerbe. Die Aussagen von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) seien „verantwortungslos und geschichtsvergessen“, sagte die BSW-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, Claudia Wittig, der „Berliner Zeitung“. (verlinkt auf https://www.berliner-zeitung.de/article/bsw-nennt-staatsstreich-warnungen-verantwortungslos-und-geschichtsvergessen-10036843) „Die Ankündigung der AfD, bei einer möglichen Regierung in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl 200 Beamte auszutauschen, sind die Worte einer Partei, die vor Kraft kaum laufen kann“, ordnete Wittig die Aussagen ein. Dass die AfD bundesweit überhaupt so stark geworden sei, bezeichnete sie als „das Ergebnis falscher Politik von CDU, SPD und den anderen Parteien im Land“. Die sogenannte „Brandmauer“ sei gescheitert, so ihr Fazit. Sowohl Maiers Warnung als auch die Äußerungen von CSU-Chef Markus Söder über einen möglichen „Weimarer Weg“ seien zudem „verantwortungslos und geschichtsvergessen“ und dienten den Parteien nur dazu, „das eigene Versagen zu kaschieren“. Fast wortgleich hatte auch Wagenknecht gegenüber WELT so (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a098ec0d61ccb85e64b2454/sahra-wagenknecht-staatsstreich-bei-afd-wahlsieg-damit-soll-nur-vom-eigenen-versagen-abgelenkt-werden.html) argumentiert. „Staatsstreich? Weimar? Merken die noch nicht mal, dass diese völlig überzogene Rhetorik, mit der allzu erkennbar vom eigenen Versagen bei der Vertretung der Interessen der Bürger abgelenkt werden soll, die AfD eher noch stärker macht?“, hatte Wagenknecht am Wochenende gesagt. Innenministerkonferenz im Juni will die AfD zum Thema machen Angesichts der starken Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt hatten zuletzt mehrere Innenminister Vorkehrungen für den Fall einer Regierungsbeteiligung der Partei angemahnt. Bei der Innenministerkonferenz Mitte Juni in Hamburg müsse dringend darüber beraten werden, „welche Risiken eine mögliche Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt für die Sicherheitsarchitektur in Deutschland hat und wie wir dem entgegenwirken können“, hatte etwa der Innenminister Georg Maier (SPD) dem „Handelsblatt“ (verlinkt auf https://www.handelsblatt.com/) gesagt. Auch der brandenburgische Innenminister Jan Redmann (CDU) sieht demnach erhebliche Risiken. „Wenn eine in Teilen rechtsextreme Partei Zugang hat zu sicherheitsrelevanten Informationen, dann gefährdet das unser aller Sicherheit“, sagte er. Das sei kein theoretisches Risiko, sondern eine konkrete Gefahr. Deutschlands Sicherheitsmodell basiere auf Vertrauen. Partner aus Bund, Ländern und auf internationaler Ebene teilten dieselben Werte. „Wer diese Werte infrage stellt, vernichtet Vertrauen“, warnte Redmann. Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach sich laut „Handelsblatt“ ebenfalls für entsprechende Vorkehrungen aus. Auch die Abläufe in der Innenministerkonferenz müssten dann angepasst werden. Gewählt wird in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026. Aktuell führt Sven Schulze (CDU) die Koalition aus CDU, SPD und FDP an. Er ist der Nachfolger des Anfang 2026 zurückgetretenen, langjährigen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU).